Digital Operational Resilience Act

DORA-Umsetzung für Finanzunternehmen und IKT-Dienstleister

Seit dem 17. Januar 2025 gilt die DORA-Verordnung (EU) 2022/2554 unmittelbar. In vielen Häusern ist nicht mehr das Projekt offen, sondern der Betrieb: ein belastbares Informationsregister, gesteuerte IKT-Drittparteienrisiken und Verträge, die einer Prüfung standhalten.

Auswirkungen

Was DORA im Auslagerungsmanagement verändert

Besonders gefordert sind Unternehmen mit umfangreichen Auslagerungen an IT-Dienstleister. DORA verschärft die Anforderungen an Risikomanagement, Überwachung und Vertragsgestaltung.

IKT-Drittparteienrisiko

  • Risikomanagement für externe IT-Dienstleister als Teil des IKT-Risikomanagementrahmens
  • Kritische Abhängigkeiten und Konzentrationsrisiken systematisch analysieren und regelmäßig bewerten
  • Auch ausgelagerte Prozesse müssen die DORA-Anforderungen erfüllen

Vertragsanforderungen

  • Mindestinhalte nach Art. 30: Service Level, Audit- und Zugangsrechte, Kündigungsrechte
  • Klare Verantwortlichkeiten bei IKT-Vorfällen und Cyberangriffen
  • Transparenz zu Sicherheitsmaßnahmen, Notfallkonzepten und Subunternehmern

Überwachung und Meldewesen

  • Laufende Überwachung und Bewertung der Resilienz von Dienstleistern
  • Meldepflichten für schwerwiegende IKT-Vorfälle, auch wenn sie beim Dienstleister entstehen
  • Fortführung des Betriebs bei Ausfall eines kritischen Dienstleisters: Exit-Strategien und Notfallpläne

EU-Aufsicht über kritische Anbieter

  • Cloud-Anbieter und andere kritische IKT-Drittdienstleister können unter direkte EU-Überwachung fallen
  • Neue Prüf- und Berichtspflichten für besonders relevante Anbieter
  • Auswirkungen auf Vertragsverhandlungen und Informationsflüsse zu Finanzunternehmen

Leistungen

DORA-Beratung mit Fokus auf Umsetzung

Readiness Check & GAP-Analyse

  • Abgleich des Ist-Stands mit den DORA-Anforderungen
  • Identifikation von Lücken im Auslagerungsmanagement
  • Priorisierte Maßnahmen- und Compliance-Planung

Informationsregister

  • Aufbau und Befüllung nach den Vorgaben der Durchführungsstandards
  • Analyse der Datenerhebung, insbesondere der IKT-Dienstleisterketten
  • Qualitätssicherung vor der Einreichung bei der BaFin

Verträge & Governance

  • Prüfung und Anpassung von Verträgen mit IKT-Dienstleistern
  • Vertragliche Kontrollmechanismen und Audit-Rechte
  • Anpassung der schriftlich fixierten Ordnung und des Regelberichtswesens

Risikomanagement & Überwachung

  • DORA-konformes Framework für IKT-Drittparteienrisiken
  • Überwachungsmechanismen, KPI und KRI
  • Exit-Strategien und Notfallpläne

Für IKT-Dienstleister

  • Anpassung von Systemen und Prozessen an die Anforderungen der Finanzkunden
  • Strukturierte Bereitstellung von Registerdaten
  • Vorbereitung auf Audits und Vertragsverhandlungen

Schulung & Workshops

  • Trainings zu den regulatorischen Anforderungen
  • Workshops zur Umsetzung in Fachbereichen
  • Awareness für Geschäftsleitung und Schlüsselfunktionen

Aus der Praxis

DORA Readiness bei einem IKT-Dienstleister

Rolle: Auslagerungsmanager, Dezember 2024 bis März 2025.

  • GAP-Analyse von IT-Landschaft, Prozessen und Governance-Struktur gegen die DORA-Anforderungen
  • Roadmap zur Anpassung von Strategien, Governance und schriftlich fixierter Ordnung
  • Anpassung der IKT- und Drittanbieter-Risikobewertung (Methodik, Taxonomie)
  • Aufbau des Informationsregisters und Analyse der Datenerhebung, insbesondere der IKT-Dienstleisterketten
  • Abstimmung der DORA-Anforderungen mit konzerninternen Vorgaben und Anpassung des Regelberichtswesens

Weitere Projekte

FAQ

Häufige Fragen zu DORA

Für wen gilt DORA?

DORA gilt für nahezu alle Finanzunternehmen in der EU, darunter Kreditinstitute, Zahlungs- und E-Geld-Institute, Wertpapierfirmen und Versicherungen. IKT-Drittdienstleister sind mittelbar betroffen: über die vertraglichen Pflichten ihrer Kunden und – wenn sie als kritisch eingestuft werden – über eine direkte Überwachung durch die Europäischen Aufsichtsbehörden.

Was ist das DORA-Informationsregister?

Nach Art. 28 Abs. 3 DORA führen Finanzunternehmen ein Register aller vertraglichen Vereinbarungen über IKT-Dienstleistungen mit Drittdienstleistern. Die Struktur ist durch technische Durchführungsstandards vorgegeben, die Aufsicht – in Deutschland die BaFin – fordert das Register regelmäßig an. Die größte Hürde ist meist die Datenqualität, vor allem bei Subunternehmern und IKT-Dienstleisterketten.

Wie verhält sich DORA zu MaRisk und BAIT?

DORA ist als EU-Verordnung unmittelbar anwendbar und hat für betroffene Institute die BAIT abgelöst. Die MaRisk gelten weiter: Für Auslagerungen ohne IKT-Bezug bleibt insbesondere AT 9 maßgeblich, bei IKT-Auslagerungen greifen beide Regelwerke ineinander. Das eigene Regelwerk sollte diese Abgrenzung sauber abbilden.

Was prüft ein DORA Readiness Check?

Der Readiness Check gleicht den Ist-Stand mit den Anforderungen aus IKT-Risikomanagement, Vorfallmanagement und -meldung, Resilienztests, IKT-Drittparteienrisiko und Informationsaustausch ab. Ergebnis ist eine priorisierte Liste der Lücken mit konkreten Maßnahmen und Verantwortlichkeiten.

Müssen IKT-Dienstleister selbst etwas umsetzen?

Ja. Finanzunternehmen müssen Verträge nach Art. 30 DORA anpassen und fordern von ihren Dienstleistern unter anderem Audit- und Zugangsrechte, Mitwirkung an Tests, Informationen zu Vorfällen und Daten zu Subunternehmern für das Informationsregister. Wer diese Anforderungen strukturiert bedienen kann, verkürzt Vertragsverhandlungen deutlich.

Wo steht Ihr Haus bei DORA?

Ein kurzer Austausch zu Informationsregister, Dienstleisterverträgen und offenen Feststellungen zeigt schnell, wo der größte Hebel liegt.